Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

12. April 2009

Der lange Karfreitag

Filed under: Film,Wirres Zeug — mrarkadin @ 02:23
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Der Karfreitag im Film „The Long Good Friday“ ist alles andere als erholsam, und wie der Originaltitel schon sagt, wird sich dieser eine Tag für die Protagonisten lange hinstrecken.
10 Jahre lang läuft alles ruhig & planmäßig. Der Gangsterboss Harold in der Londoner Unterwelt möchte sich mit der amerikanischen Mafia für ein großes Projekt zusammenschließen – doch dann gerät alles aus den Rudern, denn plötzlich werden Harolds Leute ermordet, oder es platzen Bomben.
Bob Hoskins spielt grandios Harold – eine Mischung aus Anti-Held, und doch auch Sympathieträger – zwischen Verwirrung, Anspannung & Wut, der vergeblich versucht, die ganze Sache aufzuklären. Wenn er spricht, klingt er schon fast wie ein Geschäftsführer einer Firma, auch wenn er vor Gewalt nicht zurückschreckt, wenn es sein muss.
Auch als Zuschauer wird man bei diesem spannenden Film mit der dichten düsteren Atmosphäre richtig mit reingezogen.

Nicht nur die Kamera, auch die Musik ist genial. Während der rhythmischen Musik, welche zugleich auch einen düsteren Unterton hat, möchte ich im Vorspann schon am liebsten die Lautstärke nach oben regeln. Und auch während des gesamten Films trägt die verhängnisvolle & rhythmische Musik zur Wirkung bei.
Dabei wird auch ein realistischer Blick auf London geworfen – Armut, Kriminalität, Gewalt & „Abschaum“, wie es Harold sagen wird.
In Deutschland wurde der Film nach „Rififi am Karfreitag“ umbetitelt – dies sollte wahrscheinlich die Aufmerksamkeit mit dem Blick auf den Klassiker „Rififi“ erhöhen, ist aber eigentlich total falsch, weil es 2 grundauf verschiedene Filme sind.
Vor 4 Jahren erschien der Film bei uns von Sunfilm auf einer schönen DVD. Einzig die Aussage „Härtester Gängsterfilm aller Zeiten“ und die FSK 18 Freigabe könnten manch einem Zuschauer auf falsche Erwartungen bringen. Denn „The Long Godd Friday“ ist alles andere als übertrieben gewalttätig. Noch kurioser schon selbst für dieses Land ist auch, das der Film bis zur DVD indiziert war (die DVD-Fassung ist ungekürzt). Hat dieser doch sehr wenige – und auch sehr kurze – brutalere Momente, welche auch nicht plakativ gezeigt werden. Vielleicht liegt es auch daran, das die Realität – eine heruntergekommene Welt, Armut, auch die Kinder wollen schon Schutzgeld erzwingen, Prostitution, Korruption (es macht auch ein Stadtrat Geschäfte mit den Gängstern) und Harold als Mensch dargestellt wird – gezeigt wird, und keine scheinheilige Welt. Und mit dem Augen verschließen waren wir ja immer schon groß.

Ich kann The Long Good Friday jedenfalls sehr empfehlen, der eine sehr spannende Story erzählt, und doch eher einen ruhigen Erzählfluss hat, und nicht in einem Schnitt- & Actiongewitter wie in den heutigen Tagen ausartet, einen realistischen Blick in die Londonder Welt zeigt, und eig. auch nicht nur ein Thriller, sondern auch ein Drama ist. Jedenfalls ein anderer Film mit dem Blick auf Ostern.

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