Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

14. April 2009

Genmais – so oder so

Filed under: Politik,Umwelt,Wirres Zeug — mrarkadin @ 23:06
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Der Tagesspiegel hat heute Nacht noch einen Artikel veröffentlicht, über den genveränderten Mais Mon 810 von Monsanto – die einzige genveränderte Pflanze, welche in der EU angebaut werden darf, allerdings war die Zulassung schon 2007 abgelaufen, sie stellt sein eigenes Gift her, welches nur gegen den Schädling Maiszünsler wirken, und für andere Insekten/Tiere & Mensch ungefährlich sein soll.
Unter anderem ist interessant – um seine Interessen durchzusetzen – Länder, welche den Anbau verbieten, werden einfach von Monsanti verklagt, sogar die EU-Kommission will in Österreich & Ungarn das Verbot verbieten.

Agrarstaatssekretär Gert Lindemann gab in der „Süddeutschen Zeitung“ allerdings zu bedenken, dass es schon einen „handfesten Grund“ brauche, um den Anbau von Mon 810 zu verbieten. Als vor zwei Jahren ein temporäres Anbauverbot verhängt worden sei, habe der Konzern umgehend Klage erhoben. Der Streitwert habe bei vier Millionen Euro gelegen, sagte Lindemann weiter. Auf der anderen Seite haben Frankreich, Österreich und Ungarn schon vor Jahren den Anbau von Mon 810 wegen Bedenken gegen die Sicherheit der Pflanze verboten. Gegen Frankreich hat Monsanto geklagt; es gibt jedoch noch kein Urteil. Gegen Österreich und Ungarn ist Monsanto dagegen bisher nicht vorgegangen, dafür versucht die EU-Kommission in regelmäßigen Abständen den beiden Ländern das Anbauverbot zu verbieten – bisher ohne Erfolg.

Auch stehe nicht nur ich dem sehr skeptisch gegenüber – es ist nicht bekannt, ob es gesundheitsschädigende Auswirkungen / Langzeitschäden gibt, laut Greenpeace wirke das Gift auch gegen andere Insekten, ob es auch negative Auswirkungen auf die Tiere/Umwelt gibt, Bienen können auch durch die Pollen des Genmais den Honig verunreinigen. Auch – was erstmal gesäht ist, kann sich auch mehr oder weniger unkrontrolliert ausbreiten.

Heute scheint es mal eine vernünftige Entscheidung gegen zu haben – die Bundeslandwirtschaftsministerin hat den Anbau für dieses Jahr verboten.
Zu schnell/viel will ich mich auch nicht freuen, eine Klage von Monsanto wird wahrscheinlich angerollt kommen, oder die EU bekommt genug Schmiergeld, das sie es kippt. Oder – vom „Superwahljahr“ ausgehend, es herrscht größtenteils eine Stimmung gegen genveränderte Pflanzen: bleibt die Entscheidung auch langfristig, oder wird die nächste Regierung den Kurs umziehen, wäre ja nicht das erste Mal.

Auf der taz erschien heute auch ein Interview mit einem Bauern, der jetzt wütend ist, weil er das Saatgut des verbotenen Transgenen Mais von Monsanto gekauft, und damit geschätzte 9.000 € in den Sand gesetzt hat.
Er spricht den Punkt an, das Insektizide auch gefährlich sind, okay richtig. Aber.

Aigner betont, sie habe rein fachlich entschieden …

Quatsch. Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft hat bei uns Untersuchungen gemacht, da war alles in Ordnung, bei unserem Genmais war die Insektenwelt so vorhanden wie beim anderen Mais. Die große Mehrheit der Wissenschaftler empfiehlt die Zulassung. Wenn ich jetzt konventionellen Mais anbaue, muss ich den so intensiv mit Pflanzenschutzmitteln behandeln, da sterben viel mehr Insekten.

Also mit den Pflanzenschutzmitteln beim konventionellen Mais sterben viel mehr Insekten, aber die Insekten seien im Genmais so vorhanden, wie bei dem anderen. Ja was denn nu? Klingt für mich mehr für ein Widerspruch – ist die Insektenwelt im Genmais also genauso kaputt, wie mit Pflanzenschutzmitteln?

Zudem stellt sich auch die Frage, wie gefährlich der Maiszünsler ist, und da ist im Tagesspiegel zu dieser wieder eine widersprüchliche Aussage.

Mon 810 wurde eine genetische Sequenz des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) eingebaut. So produziert die Pflanze während ihrer gesamten Vegetationszeit ein Bt-Toxin, das nur gegen den Maiszünsler wirken soll. Die Larve des Schmetterlings frisst sich durch den Stängel der Pflanze, die damit instabil wird. Zudem werden die Pflanzen anfällig für Pilzbefall.

Und vor allem:

Allerdings ist der Maiszünsler bisher nur in Süddeutschland ein ernst zu nehmendes Problem. Der ökonomische Nutzen des Bt-Mais-Anbaus ist deshalb in etwa so überschaubar wie die bisherige Anbaufläche von gut 3100 Hektar im vergangenen Jahr, für dieses Jahr waren rund 3700 Hektar für den Genmaisanbau angemeldet. Das entspricht etwa 0,2 Prozent der deutschen Maisanbaufläche.

Der Bauer im Interview ist in Brandenburg.

Es ist auch mal wieder verfahren – in den Aussagen der Befürworter ist mal wieder alles toll und unbedenklich, sogar eine „große Mehrheit der Wissenschaftler empfiehlt die Zulassung“, bei den Gegnern sieht das alles ganz anders aus. Es ist auch die Frage, wie weit den Studien geglaubt werden darf, der Genmais sei ungefährlich – oder andersherum, wie stichhaltig die anderen Studien wie z.B. Greenpeace sind. Hab ich auch nicht mal im TV gesehen, das die Konzerne Studien, welche die Risiken aufzeigen, einfach ignorieren?
Aber wer weiß auch schon, was so schon in den Lebensmitteln drin ist…
In der Sendung Global auf arte gab es auch einen Beitrag, wie negativ sich Erdbeeren aus Spanien mit den Pestiziden nicht nur auch die Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt auswirken, und trotzdem sind die Beeren außerhalb der Saison en vogue.

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