Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

17. Juni 2009

UK: Zu kritisch gebloggt

Filed under: Politik,Wirres Zeug — mrarkadin @ 01:14
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Ein Beispiel über die Meinungsfreiheit der „freien Welt“ aus UK
Ein Detective hat anonym in seinem Blog die Regierung und Polizei-Bürokratie kritisiert, und wurde dafür abgewatscht.

Teile seiner Kommentare werden nicht dem „Standard eines professionellen Verhaltens“ gerecht, den sie von einem Officer erwarten.

„We have conducted a full internal investigation and the officer accepts that parts of his public commentary have fallen short of the standards of professional behaviour we expect of our police officers.“

Und die Begründung, das seine Identität nicht geheim gehalten wird, dass das öffentliche Interesse, das ein einzelner Polizist solche Aüßerungen machte, schwerer wiegt, als seine Privatsphäre.

But the judge ruled any right of privacy on the part of the blogger would be likely to be outweighed by a countervailing public interest in revealing that a particular police officer had been making such contributions.

In seinem Blog berichtete er über seinen Arbeitsalltag in einer unbenannten englischen Stadt, mit Beschreibungen von örtlichen Kriminellen, und seinem Kampf gegen Polizei-Bürokratie. Mit Meinungen über – mit der Polizei und Justizverwaltung zusammenhängende – soziale und politische Probleme. Zudem kritisierte er eine Anzahl an Ministern.
Laut dem Richter war er sich bewusst, er riskiere Disziplinarverfahren, würde sein Arbeitgeber herausfinden, einer seiner Polizisten würde über diesem Wege mit der Öffentlichkeit kommunizieren. Dies soll eines der Gründe gewesen sein, warum er Wert auf der Aufrechterhaltung seiner Anonymität legte.
Dem Argument widersprechend, alles was die Leser wissen müssten, das er ein arbeitender Polizist ist, sei es nach dem Richter sinnvoll, die Quelle zu kennen, um sich seine Meinung über den Wertgehalt bilden zu können.

Mr Justice Eady said the blog contained opinions on a number of social and political issues relating to the police and the administration of justice.

He added „Night Jack“ had expressed strong opinions on matters of political controversy and had also criticised a number of ministers.

The judge said the blogger had known he risked disciplinary action if his employers found out one of its officers was communicating to the public in such a way.

Rejecting the argument that all the blogger’s readers needed to know was that he was a serving police officer, the judge said it was often useful, in assessing the value of an opinion or argument, to know its source.

The public was entitled to know how police officers behaved and the newspaper’s readers were entitled to come to their own conclusions about whether it was desirable for officers to communicate such matters publicly.

Das Problem ist eben – er hätte den Blog so nicht schreiben können, wenn bekannt gewesen wäre, wer dahinter steckt. Dann hätten dank typischer Propaganda-Mechanismen auf dem Druck seiner Vorgesetzten schöngeschliffene Beiträge sich dort gefunden, um die Polizeigewalt nicht zu „verunglimpfen“.
Und ein PR-Blog für die Polizei ist ja bestimmt viel besser, um sich seine Meinung bilden zu können.
Zudem scheinen die halt mit seinen kritischen Kommentaren nicht einverstanden zu sein – das mit der „Interesse der Öffentlichkeit“ und wer was geschrieben hat klingt mal wieder eher wie ein Vorwand, um das Verschwinden von Kritik rechtsstaatlich ausschauen zu lassen.

Sein Blog wurde aus dem Internet entfernt.

Also, immer schön die Fresse halten, wenn ihr auf der Arbeit weiterkommen wollt.

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