Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

10. Juli 2009

Sinti & Roma für die Zensur äähhh dagegen

Filed under: Politik,Wirres Zeug — mrarkadin @ 02:27
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Und schon sind die nächsten in der Reihe in der das-wollen-wir-zensiert-haben-Wunschliste, Sinti und Roma fordern nun auch Zensur für „Hass-Seiten“

Die Sperrung von Hass-Seiten könne nicht in einem Wort genannt werden mit Filtertätigkeiten von Diktaturen, politische Meinungen aus dem Netz zu nehmen.

weil

Dies sei keine Zensur, wenn strafrechtlich relevantes Material blockiert werde.

Na logisch. Und natürlich betonen sie, das sie ja voll für Rechtsstaat und Freiheit sind und das alles.

So rein zufällig und völlig ohne Bezug sprangen gestern solche Artikel aus dem geistigen Schlammboden der Redakteure, in der taz Antisemitismus kein Ausländerproblem.

Auch die Geschichtenerzähler behandeln das Thema, mit einem erschreckendem Beispiel.

Er war verärgert, aber vor allem verunsichert und hilflos. Am Telefon wurde er beschimpft, im Internet gegen ihn gehetzt. Und das nur, weil der Rentner Heinz Schmidts, der eigentlich anders heißt, auf der Videoplattform „YouTube“ einen Film hochgeladen hatte. Mit ihm wollte er darauf aufmerksam machen, dass es vermehrt Nazi-Videos auf dem Portal gibt. In seinem Beitrag zeigte er Archivmaterial aus dem Dritten Reich und fragte, ob man all das leugnen könne.
Danach wurde Heinz Schmidts verhöhnt. Im Netz fand er Mitschnitte von den Telefonaten, die Rechtsextreme ihm aufdrängten. Er fand auch ein Video, eine filmische Reaktion auf seinen Beitrag: Es zeigt erst die Stadt, dann das Viertel, in dem der Rentner wohnt, und am Ende seinen Briefkasten und das Klingelschild mit vollständigem Namen.

Mein Beileid. Ich frage mich nur die ganze Zeit. Moment mal… Angerufen? Seine Adresse? Woher wussten sie das? Öffentlich im YouTube-Profil reingeschrieben? Die Daten hat der liebe Staat.
Denn am anderen Ende beklagt sich die Zypresse

„Weil das Netz anonym ist und soziale Kontrolle kaum stattfindet, verbreiten sich dort auch illegale Inhalte besonders häufig und schnell.“

Zudem Danke

Mit dem Internet sei „ein neuer Raum der Freiheit“ entstanden, dessen größte Vorteile zugleich die größten Gefahren begründeten.

Wird Freiheit mit Kriminalität und Rechtsextremismus gleichgesetzt.

Weiter in der Propagandaschau.
Ich kratz mich auch schon den Kopf über diesem Satz

„Anders als Erwachsene, die das Internet gezielt wie ein Buch aufschlagen und an einigen wenigen Stellen suchen, sind Jugendliche wegen der Fülle an Informationen nicht mehr auf einzelne Medien ausgerichtet.“

?
Ich könnte es auch so interpretieren, das sich jüngere Leute nicht von einer einzigen Zeitung beeinflussen lassen, sondern wie ich mehrere News-Seiten im RSS-Reader haben.
Hier wird’s natürlich anders gesehen, im Augen der Älteren ist das Internet ja ein Ort der Verbreitung von Kriminalität.

Diese Fülle verleite zu Oberflächlichkeit, ein Impuls reiche aus: Erscheint dem Jugendlichen eine Seite als angesagt, leite er den Link an seine Freunde weiter. „Gut informiert bedeutet oft bei Jugendlichen zu wissen, was der Meinungsführer eines Freundeskreises cool findet“, sagt Schwenk. Wenn ein Meinungsführer einer Clique eine rechtsextremistische Seite gut findet, leitet er sie auch weiter.

Genauso kann ich auch sagen, der Meinungsführer ist der Verlag der Zeitung… Die Propagandaschau sieht’s ganz anders. Und da frage ich mich… mit solchen Sätzen wird wieder suggeriert, es müsse unbedingt ein Zensurfilter her, der die Inhalte und Gedanken kontrolliert (so zu einem rein zufälligen Zeitpunkt erschien der Artikel). Und die gebilligten Inhalte sollten wahrscheinlich alles sein, was die geliebte Bundesregierung gut findet.)

Am Ende ist das wieder eine Zwickmühle wie KiPo, wer gegen Zensur ist, ist für KiPo.

Und der Schuss kann gut nach hinten losgehen, denn wer kein Rechtsextreminist ist, könnte sie schnell „hassen“ – zumindest diejenigen, die in diesem Rat sitzen und diesen Müll fordern, das wieder ein Vorwand für Zensur – Ausweitung der Zensur hervorgeholt wird.
Oder es werden schnell Sätze kommen wie „ihhh der ist ja gegen Zensur der bösen „Hass-Seiten, der ist Rechtsextreminist!“.

Und ne ich bin weder Rassist noch rechtsextrem noch blabla… sondern Pazifist.
Aber Zensur ist keine Lösung – auch nicht dafür. Auch wenn ich europaweit oder weltweit zensiere. Anstatt sollten Probleme gelöst werden.
Und Zensur zu fordern und gleichzeitig gegen Zensur sein wollen, Freiheit und Rechtssaat loben ist heuchlerisch.
Meinungsfreiheit ist auch nicht, wenn ich nur die reden lasse, die meiner Meinung sind, und alle anderen mundtot machen möchte. Und wenn immer mehr kommen, die Inhalte zensieren wollen, die sie nicht passen, ist das endgültig vollkommen, wogegen sie sein wollen.

Prinzipiell trete seine Vereinigung gegen Zensur ein, hatte Rose zuvor auf dem Podium betont. Die Freiheit der Information im Internet diene schließlich auch dem Schutz von Minderheiten.

Denn spätestens dann gibt es Freiheit der Information nicht mehr. Wir sind mitten auf dem Weg dahin, es wird nur die Linie zu bis diesem Punkt der absoluten Kontrolle weiter gegangen.

Und wenn es das ist, was Sinti & Roma wollen, dann haben sie leider wie die Israelis rein gar nix aus der Geschichte gelernt. Nazi-Deutschland ist das Schreckensgespenst – aber Gedankenkontrolle wie aus dieser Zeit fordern.

Und um wieder zu dem Punkt mit der Lösung der Probleme zu kommen. Italien macht seine Abschiebe mit Hilfe von Libyen noch radikaler, die Abschiebelager wie auf Malte sind menschenverachtend, aber stattdessen redet ihr über die bösen Menschen im Netz?

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