Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

26. Oktober 2009

Der Quark der Woche

Filed under: Politik,Wirres Zeug — mrarkadin @ 03:33
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Das Satire-Blatt Welt ist zwar immer für einen Lacher gut, aber diese Woche war es irgendwie speziell. Nachdem das Armutsgesetz Hartz 4 vors Bundesverfassungstheater kam, konnte es inmitten der Propaganda-Keule es auch die Welt es sich nicht nehmen lassen, es als großen sozielen Fortschritt zu loben.

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Denn die Sozialgesetze rund um dieses Schlagwort haben die Armen nicht ärmer gemacht und belohnen zugleich Arbeitswilligkeit. Problematisch ist nicht Hartz IV an sich. Oft aber lässt unsere Einstellung zu denen zu wünschen übrig, die davon leben.
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Hartz IV galt als Inbegriff einer Politik, die die Armen noch ärmer macht. Das war eine grobe Fälschung der Tatsachen. Doch zeigte sich gerade an dieser Stelle, wie leicht es hierzulande ist, den offenen Meinungsstreit und die Freiheit der Argumente einzuschränken, wenn man nur heftig genug die Fahne des vorgeblich „Sozialen“ schwenkt.
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In der Sache bedeutete die Einführung des Arbeitslosengeldes II keine Verschlechterung der sozialen Sicherung. Die bisherigen Bezieher von Sozialhilfe erhielten etwas mehr Geld. Neu war, dass die Arbeit in den Mittelpunkt gestellt wurde. Wer arbeiten konnte, sollte sich um Arbeit bemühen.
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Allerdings hatte Hartz IV zur Konsequenz, dass nicht nur die großen, ertragreichen Facharbeiten zählten, sondern auch die kleinen, zuarbeitenden Funktionen. Im Notfall musste man sich auf eine solche Tätigkeit einlassen, bevor man die soziale Grundsicherung in Anspruch nehmen konnte. Das ist ein schwerer Schritt, der sehr wehtun kann. Aber er gehört, wie der Aufstieg, zu einer offenen Leistungsgesellschaft. Nur dadurch, dass die Bürger auch mit einem Abstieg rechnen, ist ihre Freiheit nicht billig, sondern hat die Würde der eigenen Verantwortung.
[…]
Das tiefere Problem bei Hartz IV bestand darin, dass unsere Gesellschaft nicht darauf eingestellt war, solche „niederen“ Tätigkeiten zu achten und ihnen das Bürgerrecht zu gewähren – auch unsere Verführbarkeit durch das Mindestlohn-Versprechen zeugt davon.

Wir haben es verlernt, die große menschliche Leistung zu sehen, die jeden Tag pünktlich und ordentlich von unzähligen helfenden Händen in kleinen, einfachen Portionen erbracht wird. Hier muss der Lohn oft aufgestockt werden, oder es müssen mehrere Jobs kombiniert werden.
[…]

Seh an, tolle Sache, dank Hartz 4 wird der Blick auch auf die „kleinen“ Tätigkeiten gerichtet, und „gedankt“. Sich mal einfach blind stellen, und frech zu behaupten, es wäre niemand ärmer geworden, hilft auch ungemein. Dann muss man eben mehrere Jobs machen, für einen Hungerlohn. Wir bezahlen dich zwar nicht fürs Überleben, aber sind dir unheimlich dankbar, ist doch auch was.

Kurze Zeit darauf wurde auch erklärt, warum wir ohne Schattenhaushalt in die Pleite stürzen werden – also noch mehr.
Die Abschaffung einer Ungerchetigkeit wird danach gelobt.

Der Koalitionsvertrag verspricht, Schluss mit der Ungerechtigkeit vor dem Arzt zu machen. Endlich! Es ist nicht absurd, wenn der Pförtner für die Gesundheit so viel bezahlt wie der Chefingenieur. Das ist beim Essen genauso. Der Haken könnten jedoch die Kosten für den Haushalt sein.
[…]

Am Ende ist die Ungerechtigkeit – oder wo in welcher Form diese ist – schließlich auch nur eine Interpretationssache.

Aber ich will auch mal nicht so sein, und die Konzentration ausschließlich auf die Welt lenken, hat die staatliche Regierungsschau in reinstem objektiven und nüchternen Journalismus eine Schleimspur bis zum Mond gezogen.

um die teuersten Unterhaltungsshow komme ich leider auch nicht herum, obwohl sich die Unterhaltung mit der Zeit auslutscht, mit der Zeit wird man halt müde.
Obibama hat den Vogel abgeschossen, und der Tagesanzeiger schreibt eine für mich etwas dubiose erfreuliche Verkündung.Abgesehen davon, das die grandiose Erkenntnis, es sei nur eine Impfung nötig, nicht ganz neu ist, sondern schon NZZ vor 2 Wochen schrieb, wird – nachdem es eine große Welle geschlagen hat, das die wehrte Elite einen extra Stoff ohne Nebenzusätze bekommen soll – ein buntes Aussichtenbonbon geboten?

Die erste gute Neuigkeit: Hiess es bisher, dass man zwei Impfungen über sich ergehen lassen muss, genügt jetzt für die meisten eine Spritze, wie der «SonntagsBlick» heute berichtet. Möglich macht dies der neue Turbo-Wirkstoff, dem ein Wirkverstärker beigemischt wurde.

Und noch eine gute Neuigkeit: Einmal geimpft, ist man gegen die Schweinegrippe jahrzehntelang, oder sogar lebenslang immun. Denn, so die überraschende Begründung, die Schweinegrippe ist ohne unser Wissen schon einmal durchs Land gezogen. Nur so sei erklärbar, dass Senioren nicht zur Risikogruppe gehören, sagt der bekannte Immunologe Beda Stadler im «SonntagsBlick».

Im Klartext bedeutet dies, dass Zehntausende von älteren Personen die Schweinegrippe nicht mehr bekommen können – sie hatten sie schon einmal.

Jo, bekanntlich hat die große Geldgrippe-Vernichtungswelle vor Jahrzehnten Milliarden Todesopfer gefordert, wer hat noch nicht von dieser grausamen aber effektiven Dezimierung der Menschheit gehört. Die ganzen hellseherischen Apokalypse-Vorhersagen können schließlich nur aus dieser dramatischen Erfahrung stammen. Ein Notstand wird nicht ohne Grund ausgerufen!

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