Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

6. November 2009

Die hochqualitativen

Filed under: Politik,Wirres Zeug — mrarkadin @ 02:51
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Passend zum Schweizer Käse Telekompaket, mit wahnsinnigen Errungenschaften des Rechtsstaats

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Die Inklusion des Wortes “prior” sei zwar ein kleiner Sieg für die Vertreter des Parlaments und signalisiere, dass es vor der Abschaltung des Internetzugangs ein rechtliches Vorgehen geben müsse. Das die Unschuldsvermutung respektiert werden müsse sollte heißen, dass Anschuldigungen der Rechteinhaber allein nicht ausreichen dürften. Allerdings sei fraglich, wie weit der Schutz der Nutzer durch die Regelung gehe
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und der strenggeheimen ACTA ein weiteres Beispiel der Weltkontrollphantasien. Ein bisschen Lachen möchte man im Frust doch schließlich auch, und die Industrievertreter sind sich da dankend für keine Sprüche und hirnrissigen Thesen zu dämlich.

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Die von der US-Regierung gestartete Initiative für eine allumfassende Versorgung mit Breitband-Internet kann nur Erfolg haben, wenn der um sich greifenden Online-Piraterie endgültig ein Riegel vorgeschoben wird. Ohne entsprechende begleitende Maßnahmen zum Schutz vor illegaler Raubkopiererei ist jeder Plan zum Breitbandausbau zum Scheitern verurteilt.
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Professionelle Inhalte seien eine „unverzichtbare Zutat im Interneterlebnis der Verbraucher“ und „eine Schlüsselkraft für die Breitbandannahme“. Durch die zunehmende Online-Piraterie seien die Anreize in derartige Produktionen zu investieren aber empfindlich gesunken.
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Als Beleg dafür, wie die Online-Piraterie heute arbeitet, verweist Paramount auf das Beispiel des letzten „Star Trek“-Films. Der Streifen, der in ausgewählten Ländern am 6. Mai 2009 in die Kinos kam, war bereits zwei Tage später in einer illegal per Camcorder in einem russischen Kinosaal abgefilmten Version im Netz zu finden. Die lokalisierte russische Sprachausgabe wurde anschließend durch sogenannte „Release Gruppen“ in weitere Sprachen übersetzt.
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Aha, eine Industrie, welche sich selber als Produzent von „qualitativen Inhalten“ sieht, sieht in abgewackelten Camcorderaufnahmen in russisch also eine quasi eine „Konkurenz“ & „Gefahr“.
Selbstverständlich sind die Armen in Hollywood durch genau dieses Beispiel nahezu beankrott gegangen.

Budget
$150.000.000 (geschätzt)

Bruttoeinnahmen
$257.704.099 (USA) (27. September 2009)

Auf Heise leben sie dann auch mal wieder ihre Phantasien aus, welche aus ACTA bekannt vorkommen.

Vertreter der Filmindustrie haben sich in den Reigen der Befürworter von Web-Sperren eingereiht. Die „Gatekeeper“ in Gestalt der Provider sollten den Zugang zu umstrittenen Webangeboten mit Links zu Videostreams aktueller Kinofilme wie Kino.to blockieren, forderte Max Wiedemann, Produzent der deutschen Komödie „Männerherzen“, auf dem Forum zu „Prävention und Aufklärung“ der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Berlin am heutigen Dienstag.
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Auch den Widerstand der Zugangsanbieter sowie zahlreicher Nutzer und Datenschützer gegen die verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung verstand der Produzent nicht.

Für keine Rede sind sie sich zu blöd, Überwachung und Zensur an dem Mann zu bringen.

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Denn eine Strafverfolgung finde im Internet derzeit „nicht wirklich statt“. Dies liege unter anderem an der „Flatrate-Misere“, durch die vielfach keine Verbindungsdaten mehr gespeichert würden und der „Tatort“ im Netz dadurch nicht mehr zu rekonstruieren sei. Die Vorratsdatenspeicherung bezeichnete Jansen daher als „einzige Chance“, um den Opfern im virtuellen Bereich noch irgendwie zu helfen: „Wir müssen zu Lösungen finden, mit denen wir regulierend eingreifen können.“
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