Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

20. Juni 2009

Krümmel darf wieder strahlen.

Filed under: Politik,Wirres Zeug — mrarkadin @ 00:35
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Es wurde die Genehmigung erteilt, das vor 2 Jahren wegen eines Störfalls abgeschaltete AKW Krümmel wieder hochzufahren.

Die zuständige Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) sagte, die Atomaufsicht habe zum Schutz der Bevölkerung strengste Maßstäbe angesetzt. Nachdem alle Mängel beseitigt worden seien, habe Vattenfall einen gesetzlichen Anspruch auf das Wiederanfahren des Reaktors.

Ah ja.

Atomkraftgegner zeigten sich „schwer enttäuscht“ von Trauernicht. Die Ministerin hätte die Betriebsgenehmigung problemlos widerrufen können, sagte Jochen Stay von der Initiative Ausgestrahlt. „Den Betrieb eines Reaktors zuzulassen, der nicht mer dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, ist ein Armutszeugnis.“ Mit einer Mahnwache an diesem Samstag und einer Blockade am 3. Juli soll gegen die Krümmel-Genehmigung protestiert werden.

Krümmel läuft auch nach alten Regeln, nur sind die neuen auch nicht rechtsverbindlich.

Die Sicherheitskriterien des neuen „Kerntechnischen Regelwerks“, auf deren probehafte Anwendung sich Bund und Länder vor wenigen Tagen geeinigt haben (taz vom 11. Juni), kommen bei der Prüfung noch nicht zur Anwendung. Dieses Verfahren sei erst ab 1. Juli vorgesehen, sagte Cloosters. Auch danach sei das neue Regelwerk aber „nicht rechtsverbindlich“, weil es vom Bundesumweltministerium nicht veröffentlicht wurde.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, hält den Termin des Antrags nicht für Zufall. „Man kann sich an seinen zehn Fingern abzählen, dass Vattenfall das Atomgesetz unterlaufen will“, sagte er. Das sei nicht akzeptabel: „Auch in Krümmel müssen die neuesten Sicherheitsstandards gelten.“ Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow wies dies zurück: „Die geplanten neuen Regeln haben keinen Einfluss auf unseren Antrag gehabt.“ Auch Wolfgang Cloosters von der Kieler Genehmigungsbehörde bestreitet, dass durch die alten Regeln die Sicherheit leide. „Weil wir auch heute schon grundsätzlich nach dem Stand von Wissenschaft und Technik prüfen, würde sich am Ergebnis der Bewertung vermutlich nichts ändern.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verschärfte unterdessen ihre Kritik daran, dass Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die neuen Regeln nicht verbindlich gemacht hat. Stattdessen mache er die Anwendung der schärferen Kriterien von der Zustimmung der Länder und Betreiber abhängig und etabliere so einen „Sicherheitsstandard light“, sagte DUH-Geschäftsführer Rainer Baake.

SPD halt, genauso inkompetent und korrupt, wie in der Netzpolitik. Wen überrascht’s…

26. April 2009

Ein strahlendes Leben seit 23 Jahren *

Am 26. April 1986 ereignete sich nach einer Kernschmelze und Explosion in einem Kernreaktor die nukleare Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl.

Eigentlich müsste man meinen, das die Menschheit auch nur ein Millimeter dazugelernt hat? Aber klar, dank der Geldgier und die dadurch resultierende Missachtung der Gefahr der Großkonzerne ist RWE daran, in Bulgarien das Atomkraftwerk Belene zu bauen, mitten in einem Erdbebengebiet. Und Umweltschützer machen Druck, wahrscheinlich leider vergebens. Rumänische Wissenschaftler waren auch schon seit 1983(!), das ein Ato9mkraftwerk in dieser Region nicht zu verantworten sei.

Das Atomkraftwerk Belene liegt mitten im Erdbebengebiet an der Grenze zu Rumänien. Dort will der Energiekonzern bei der Errichtung des Atommeilers Cernavoda dabei sein. Dabei hatten selbst sowjetische Wissenschaftler schon 1983 gewarnt, Atomkraftwerke seien in der erdbebengefährdeten Region nicht zu verantworten. Weitere neue Meiler plant RWE außerdem in Großbritannien und im litauischen Ignalina.

Für die nächsten Katastrophen ist gesorgt.

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Tagesschau.de hat heute einen Artikel über die derzeitige Lage im Gebiet um Tschernobyl in der Ukraine veröffentlicht. Die damals nach der Katastrophe auf dem Reaktor gezogene Schutzhülle ist vom Zerfall begriffen und leckt. Eine neue, und dichte, Schutzhülle ist zwar schon lange in Planung, lässt aber noch auf sich warten.
Bitterironisch ist auch die Angst der Bevölkerung, das sie mit der neuen Schutzhülle die Vergünstigungen verlieren, weil sie in einem verschmutzten Gebiet leben.

Die taz veröffentlichte auch einen Artikel, über die Demonstrationen von Atomkraftgegnern und die Angst vor Atomkraft-Ranaissance.

Okay, am Freitag wurde auf arte in Global gegen Ende der Sendung ein Video von Umweltaktivisten in den Niederlanden gezeigt, die als falsche Polizisten den Autofahrern sagen, es sei eine Nuklear-Havarie passiert, und eine Ecke weiter als Clowns verkleidet die Autos mit Staubwedel abputzen sie aufklären, das es nur gespielt war, um über die Gefahr aufmerksam zu machen.
In Deutschland säßen sie wahrscheinlich schon als Gefährder in Guantamo…
Zumal auch die Endlagerung des Atommülls immer ein Problem ist, und ein Atomkraftwerk auch im normalen Betrieb radioaktive Strahlung absondert.
Der Masse hier wird wohl mal wieder egal sein, Hauptsache der Strom ist billig…

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