Arki's Blog – Wer alles glaubt, muss nichts wissen.

28. April 2009

Neue Vielseitigkeit der Kartoffelpower

Filed under: Politik,Umwelt,Wirres Zeug — mrarkadin @ 23:07
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Und weiter geht’s im Politiktheater. Die Agrarministerin Aigner, die neulich diesen genveränderten Mais wegen einer „Gefahr für Mensch und Umwelt“ verboten hat, hat nun den Anbau der Genkartoffel Amflora der Firma BASF in Deutschlang erlaubt, ein Freisetzungsversuch auf 20 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern – ursprünglich waren 150 Hektar geplant.

Es seien keine Gefahren für Umwelt und Gesundheit erkennbar.

Ist doch mal eine interessante Begründung, im Gegensatz zur Anbau-Entscheidung des Genmais.

Die Kartoffel enthält eine genveränderte Stärke, und soll industriell und nicht als Lebensmittel genutzt werden – z.B. zur Herstellung von Garn & Papier.

Auch Greenpeace kritisierte die Entscheidung. „Genpflanzen, welche die menschliche Gesundheit gefährden können, sollten nicht angebaut werden“, sagte Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin der Umweltorganisation. Die Genkartoffel enthalte ein Antibiotikaresistenzgen, das die Wirksamkeit von lebenswichtigen Antibiotika gefährden könne. „Ministerin Aigner sollte diese Gefahren ernst nehmen und nicht versuchen, auf diesem Weg die Wogen in der CDU zu glätten, die ihr Verbot des Genmaises verursacht hat“, so Töwe.

Jo, ich bin kein Experte, und stehe der Sache „nur“ mit hoher Skepsis gegenüber. Auch hier treffen wieder 2 Welten aneinander. Die Ausführungen von Greenpeace sehen mal wieder ganz anders aus. Oder ist die Antibiotikaresistenz so unwichtig, weil die Zuchttiere auch häufig Antibiotika im Futter haben – und statt Verbesserung lieber eine Stufe höher gegangen wird?
Ich weiß auch nicht, wie bedeutend dies Resistenz ist – soll die Kartoffel angeblich nicht als Nahrung zum Einsatz kommen, aber besteht nicht auch die Gefahr, das sie sich – wie auch der Genmais – unkontrolliert verbreiten, und mit den anderen Kartoffelpflanzen kreuzen können?

Aber lustigerweise zeigt sich in diesem Zeit-Artikel, welche Rolle das Geld bei solchen Entscheidungen trifft.

Vor allem Bundesforschungsministerin Annette Schavan macht Front gegen das Verbot. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor wenigen Tagen vor zu starken Vorbehalten gegen die grüne Gentechnik gewarnt. Zudem hatte die CDU-Vorsitzende auf die finanziellen Folgen für das Unternehmen verwiesen, wenn die beantragten Freilandversuche abgelehnt würden.

Ach und

Ilse Aigner (CSU) will trotz heftiger öffentlicher Diskussionen den Anbau der Genkartoffel Amflora genehmigen. Die von ihr angekündigte Prüfung sei abgeschlossen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Prüfungen seien zum Schluss gekommen, dass sich „keine negativen Einflüsse auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt“ ergeben hätten. Vorausgegangen seien Gespräche der Politikerin mit dem Unternehmen BASF, das die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel entwickelt hat. Die Firma habe zugesagt, sich bei der Freisetzung an bestimmte Auflagen zu halten.

Wahrscheinlich kommen die Unersuchungen noch direkt von BASF…

Und als Link noch ein Zeit-Artikel.

Schön zu sehen, wie wahrscheinlich aus eigenen und wirtschaftlichen Interessen die Entscheidungen gefällt werden. Aber da das Hauptaugenmerk der hochqualitativen Medien gerade auf ein ganz anderes Thema liegt, wird die Anbauerlaubnis nicht so publik herumgehen, wie das Verbot vom Genmais.

Meines Erachtens ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der verbotene Genmais in Deutschland wieder erlaubt wird, spätestens von der nächsten Faschisten-Regierung nach der Wahl…

23. April 2009

Monsanto klagt

Filed under: Politik,Umwelt,Wirres Zeug — mrarkadin @ 00:12
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Wie zu erwarten, hat Monsanto Klage eingereicht. Bleibt also spannend, wie lange es dauert, bis unsere Regierung einknickt

Und passend zu dazu, dass das Anbauverbot gerade publik ist, Im Futter für Milchkühe ist häufig genverändertes Soja. Und das gerade bei den Markenherstellern.
Die taz hat in der Einleitung die Verlogenheit zwischen heile Welt in der Werbung und der Realität auch gut ausgedrückt.

Das Bärchen steht auf einer grünen Almwiese und schüttet frische Alpenmilch in eine Milchkanne. Den drolligen Werbeträger der „Bärenmarke“ kennt wohl jeder – doch die Idylle trüge, sagt Greenpeace. „In den Futtertrögen der Kühe, die die Milch für Bärenmarke geben, landet gentechnisch verändertes Soja aus Südamerika“, erklärt Alexander Hissting, Agrarexperte der Umweltorganisation.

Diese hat sich jeweils vier Höfe vorgenommen, die vier Molkereien beliefern, die Milch im Premiumsegment anbieten: Weihenstephan, Allgäuland, Bärenmarke und Landliebe. In den entnommenen Futterproben der ersten drei genannten Molkereien fanden die beauftragten Labore jeweils gentechnisch verändertes Soja. „Gerade in diesem Hochpreissegment wiegt die Täuschung der Verbraucher besonders schwer“, sagt Hissting. Den Kunden würde in der Werbung und auf den Verpackungen vorgegaukelt, ein regional und naturnah erzeugtes Produkt zu erwerben. „Dafür zahlen sie ja auch mehr“, so der Greenpeace-Experte.

Natürlich behaupten sie, es sei unschlädlich, und nur gentechnischfreies Futter wäre nicht möglich. Laut der Gegenseite sei eine gentechnisch freie Fütterung sehr wohl möglich.

Und wer sich auch gefragt hat, das die ganzen unabhängigen Superexperten behaupten, genveränderte Nahrung sei unbedenklich, hab ich bei diesem Artikel einen interessanten Kommentar gelesen.
Mal voraussetzend, das sie sich die Sendung und Inhalt nicht ausgedacht hat.

16.04.2009 08:31 Uhr:
Von tanja:

Gestern gab es eine Diskussionsrunde im Radio auf NDR Info. Dort hieß es von zwei selbsternannten Experten, Genveränderungen seien völlig unbedenklich, ungefährlich und unsere Zukunft. Es ist naiv und dumm sich davor zu drücken. Werden daurch doch giftige Pestizide überflüssig. Es bestünde keine Gefahr für Rinder oder Bienen. Alle anderen Untersuchungen in denen negative Ergebnisse erzielt wurden, wurden lächerlich gemacht. Und nun kommt’s: Der angeblich unabhängige Experte lobte die US-Firma Monsanto! Alle Attacken auf sie wären reine Neiddebatten. Man gönne der Firma ihren Erfolg nicht. Es bestünde auch keinerlei Gefahr, dass diese Firma zu einem Monopol heranwachsen könne!
(zumal ja schon bekannt geworden ist, dass es in den USA verboten wurde aus dem Mais sein eigenes Saatgut herzustellen. Man ist also verpflichtet das Saatgut von Monsanto zu kaufen.)

Soviel zu einem UNABHÄNGIGEN Experten.

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